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Der N-Gage ist tot, es lebe der N-Gage




Drei Jahre ist es nun her, dass der N-Gage in der Spielewelt für Furore sorgte.... Gut, Furore wäre jetzt übertrieben, waren doch die ersten Kommentare der Fachpresse mehr als hämisch. "Dönerhandy", Sidetalking, vermurkste Spiele beim Lineup (wer erinnert sich nicht gern an Puzzle Bobble VS, das wohl schlechteste Handyspiel aller Zeiten?) und ein für viele viel zu hoch angesetzter Preis haben Nokia Geld und Nerven gekostet. Aber anders als Unternehmen wie die gescheiterte Geldmühle Gizmondo hat Nokia das Stehvermögen, aus seinen Fehlern zu lernen und die gewonnenen Erkenntnisse einzusetzen. Das war es auch, was uns die Jungs auf der Games Convention in Leipzig darlegen wollten.

Generation Next
Der alte N-Gage ist tot, das war der Konsens, bei dem sich alle einig waren. Was weiter leben soll, ist die N-Gage Experience, das Spielen auf dem Mobiltelefon. Kein Handheld-, sondern das Mobile Gaming steht im Vordergrund der Nokia-Ideen, die im ersten Quartal 2007 Marktreife erreichen sollen. Dabei gibt man zu, mit dem N-Gage Fehler gemacht zu haben. Man habe einfach nicht genug Leute erreicht, weshalb man die Zielgruppe stark erweitern möchte. Dieses Ziel verfolgt beispielsweise Nintendo bereits sehr erfolgreich mit ihrem Nintendo DS.
Nokias Ziel: 48% der Mobile Gamer - die Frauenwelt.

Handyspiele, gerade durch die nervtötende Klingeltonwerbung und zahlreiche Anbieter populär geworden, sind groß im Kommen. Bei der Frage nach einer Überforderung der Klientel winkt Nokia ab und verweist auf das Beispiel der Kurzmitteilung (SMS), die vor drei Jahren auch eine "Überforderung" darstellte und heute von den meisten Handynutzern dankbar eingesetzt wird.

Für die nächste Generation N-Gage setzt Nokia auf ein in sich stimmiges Gesamtkonzept. Dazu gehören bereits eingesetzte Features wie eine Unterstützung des beliebten Flickr-Bilderservices im Internet sowie Messengerfunktionen und Liveblogging direkt vom Mobiltelefon aus. Mit UMTS, WLAN und den neuen Smartphones starten zahlreiche neue Dienste 2007 - inklusive natürlich Spiele. Hier wird auch der Break Point mit der alten N-Gage Hardware gesehen - obwohl diese de facto bereits jetzt zu Grabe getragen wurde.

Die Verlorenen
Das allerletzte N-Gage Spiel, das für die alte Generation erscheinen sollte, ist Payload. Entwickelt von Tantalus liegt es in den heiligen Hallen Nokias und wird wohl auch weiterhin dort verweilen. Auf eine konkrete Aussage zu dem Spiel konnte sich auf der Games Convention niemand durchringen. Vermutlich ist der Produktionszyklus mit der Herstellung von Spielehülle, Anleitung sowie der Vertrieb einfach zu teuer für das finanzielle Ergebnis. Verständlich, wenn auch schade. Ein Online-Vertrieb, wie das mit anderen N-Gage Spielen derzeit läuft (und auch in Zukunft in der NextGen laufen soll), wäre die einzige Hoffnung, doch irgendwann mal über die staubigen Pisten eines fremden Planeten zu rasen. Viel Hoffnung sollte man sich aber nicht machen.

Interessant ist die Entwicklung, die der N-Gage in Spanien durchgemacht hat. Hier wurden interessante Bundles mit Filmen und eigenen Spielen an den Mann gebracht. TechWars, ein Multiplayer-Spiel mit Robotern, sowie Braken - The Fallen Angel, ein Rollenspiel im Stil von Diablo, waren beide im Paket mit Snakes und einem N-Gage zu haben. Sogar Filme wurden auf die beiliegende 128MB MMC gepackt. Der Vampir-Thriller Underworld sowie "Rules - Sekunden der Entscheidung" versüßen in España den dortigen Zockern das Leben.

Die Zukunft
Nokia will bis 2008 den Verkauf von Smartphones forcieren und damit auch die N-Gage Experience. Ganz auszuschließen sind dabei spezielle Gaming Phones nicht. Wie schon die Musik-Geräte des Handy-Marktführers, die normale Tastatur und Player-Buttons miteinander vereinen, besteht die Möglichkeit, so etwas auch für Spieler anzubieten. Die Nokia G-Serie eventuell?
Fakt ist auf jeden Fall, dass Spiele wie Habbo Island oder Shadow Born bereits einen Einblick in die Zukunft geben. Diese Titel, die bereits jetzt auf die Bedürfnisse der neuen Mobiltelefone zugeschnitten sind (Kameraeinsatz, UMTS, etc.), gehören zum Angriff auf die Gruppe der Casual Gamer. Einfach einsteigen und fünf Minuten Spaß haben.

Auf dem N-Gage groß gewordene Studios wie Gameloft werden auch die NextGen unterstützen. Ob es irgendwann mal eine Pathway to Glory Fortsetzung geben wird, wollte niemand ausschließen. Wenn, dann auf jeden Fall mit Online-Funktionen, denn jedes Spiel der N-Gage Experience muss über Arena-Funktionalitäten verfügen. Mit der Arena scheint man die meisten Erfolge der N-Gage-Ära verbucht zu haben.

Was bleibt, was kommt
Nokia will mit der nächsten Generation einen Schlussstrich unter die alte Ära ziehen. Die klassischen N-Gage Games lassen sich auch nicht mehr auf den neuen Geräten spielen. Man habe viel gelernt, heißt es. Dafür war die erste Generation ideal. Doch man müsse weiter sehen, nach vorne schauen. Und eine neue N-Gage Experience schaffen.
Das voraussichtliche Nichterscheinen von Payload ist der Schlussstrich, den Besitzer des "Döners" und des QDs lange gefürchtet haben. Es war eine schöne Zeit mit dem Ur-N-Gage. Hoffen wir, dass die NextGen genauso viel Spaß machen wird.

Christian Nork für N-Page.de


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Autor: Christian Nork
Datum: 18.09.2006

Kategorie: Kolumnen
Umfang: 1 Seiten



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