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Review vom 17.03.2006

  Catan



WERTUNG:
84%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
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Wenn sich einige Brettspielefans an das Jahr 1995 zurückerinnern und zeitgleich den Namen Klaus Teuber um die Ohren geschmissen bekommen, werden sie hellhörig. Na klar, damals erschien das preisgekrönte Brettspiel mit dem einmaligen Flair, die „Siedler von Catan“. Damals hätte wohl keiner gedacht, dass diesem Brettspiel ein solcher Erfolg beschert sein würde. Schon im Jahre 2000 krönte die Spielefachzeitschrift Spielwiese „Die Siedler von Catan“ zum Spiel des Jahrhunderts.

Nach diversen Erweiterungen, Computerumsetzungen und Co. haben sich Nokia und Capcom entschieden, eine mobile Version des Titels für den N-Gage zu entwicklern. Dass der Name dabei in „Catan“ umgewandelt werden musste liegt daran, dass „Die Siedler“ bereits durch ein recht beliebtes Strategiegame im PC-Sektor besetzt ist. Hier würde es ansonsten zu Verwechslungen führen.
Der japanische Entwickler Capcom, der eher bekannt ist für zahllose Mega Man Titel, die ständig neuaufgelegte Street Fighter Reihe oder die Horrorerlebnisse mit dem Resident Evil machte sich zusammen mit Nokia an eine detailgetreue Umsetzung des Brettspiels für das finnische Dönertier.

Es soll ja einige Zocker geben, die noch nie ein Brettspiel gespielt haben. Ein Aufruf an diese Spezies: Bitte kauft euch mal eines und spielt einen Abend mal ohne Strom. Auch das kann sehr viel Spaß machen. Doch was tun, wenn Karl, Peter und Franz grade keine Zeit zum Spielen haben? Ganz einfach: N-Gage aus der Tasche geholt, Catan eingesteckt und losgezockt. Praktischer Vorteil an diesem Titel ist, dass man kein großes Brettspiel auspacken, aufbauen und mit Freunden bestücken muss. Natürlich kann niemals eine Computer-KI einen menschlichen Spieler ersetzten, dennoch ist dieses Spiel enorm Hosentaschentauglich und kann für die kleinen Pausen ein spaßiger Lückenfüller sein.

Für alle, die das Spielprinzip nicht kennen, hier einmal die Zusammenfassung der Grundregeln. Gespielt wird nach der Vorlage des Originalspiels ohne jegliche Erweiterungen.

Die Insel von Catan besteht aus 19 Landfeldern und wird von 18 Wasserfeldern umgeben. Das sechseckige Spielbrett sieht in jeder Runde immer anders aus, da es zufällig zusammengestellt wird. Auf dem virtuellen Spielbrett findet man Felder wie Acker-, Weideland, Wälder, Gebirge, Wüsten und Felsen. Diese Felder sind mit Zahlen versehen, die während der Würfelphase Bedeutung erhalten. Denn je nachdem, wie die Würfel fallen, erhält man von den verschiedenen Feldern verschiedene Rohstoffe. Die üblichen Rohstoffe sind Getreide, Lehm, Schafswolle, Erz und Holz.

Bei Spielbeginn hat jeder Spieler die Möglichkeit, zwei Siedlungen und zwei Straßen zu bauen. Die Straßen werden zwischen den Landfeldern gebaut, die Siedlungen stehen immer an den Kreuzungen. Dies stellt die Grenzgebiete von zwei bis drei Land- bzw. Wasserfeldern dar. Zu Beginn eines Zuges würfelt der Spieler zunächst und erhält virtuelle Spielkarten mit den Rohstoffen, die auf einem Feld „gedeihen“, das die gefallene Zahl besitzt und an dem eine eigene Siedlung oder Stadt angrenzt. Mit den Rohstoffen können verschiedene Sachen gebaut werden. Für eine Straße benötig man zum Beispiel die Rohstoffe Lehm und Holz jeweils einmal. Sollte ein Spieler nicht genügend Rohstoffe besitzen, um das Objekt der Begierde zu bauen, so hat er die Möglichkeit zu handeln. Die Spieler können untereinander, je nach Lust und Laune, Rohstoffe tauschen. Sollte man einen Hafen besitzen, so kann man auch zu jeder Zeit eine Rohstoffart 4 zu 1 tauschen. Das heißt man gibt 4 Rohstoffe einer Sorte ab und erhält eine einzelne seiner Wahl.

Später kommen auch andere Aspekte wie Entwicklungskarten oder der Räuber hinzu, welche weitere Taktiermöglichkeiten bieten. Entwicklungskarten haben speziellen Einfluss auf das Spielgeschehen. Zum Beispiel können so Siegpunkte erworben werden, Straßen verlängern sich, etc.
Würfelt ein Spieler die 7, so hat er die Möglichkeit, den Räuber zu versetzten. Dort, wo der Räuber steht, können keine Rohstofferträge eingefahren werden und zudem darf der Spieler einem Kontrahenten eine der Handkarten klauen.
Ziel ist es, mit diesen Mitteln eine große Infrastruktur aufzubauen mit vielen Straßen, Siedlungen und Städten. Diese geben je nach Regellage Siegpunkte. Erreicht man 10 dieser Siegpunkte, hat man den Gesamtsieg in der Tasche.

Startet man die N-Gage Version, so wird man im Hauptmenü einige Spieloptionen einstellen können. Wer das Spiel nicht vom Original her kennt wird hier nochmals eine kurze Übersicht der Regeln vorfinden. Neben dem Tutorial kann man nun die verschiedenen Spielmodi unter die Lupe nehmen. Je nach Belieben kann man sich zunächst für den Einzelspielermodus oder den Multiplayermodus entscheiden.

Im Singleplayermodus kann man zwischen drei Spielmodi unterscheiden. Zum einen gibt es das "Freie Spiel", indem man sich einfach seine Computergegner aussucht und loslegt. Des Weiteren gibt es den Aufgabenmodus. Hier gilt es, wieder gegen 3 Computergegner anzutreten und diverse Vorgaben zu erfüllen. So muss man als Sieger zum Beispiel die längste Straße besitzen oder über die größte Armee verfügen.
Je öfter man diese Aufgaben bewältigt, desto schwieriger werden die kommenden. Das sorgt für die nötige Abwechslung und kann richtig fesseln.

Gehen wir nochmals genauer auf die künstliche Intelligenz der Computergegner ein, denn diese war meist bei den Computerversionen nicht wirklich ausbalanciert. Die Computermitspieler sind in verschiedene Schwierigkeitsstufen eingeteilt und müssen teilweise zunächst erst frei gespielt werden. Dargestellt wird das virtuelle Gegenüber als Comicfigürchen, die sogar Gespräche während des Spiels führen. Doch wer Monologe von künstlichen Intelligenzen kennt weiß, dass diese einem schnell auf die Nerven gehen können, da sie sehr monoton sind und sich oft wiederholen. Hier würde hier eine Option zum deaktivieren der KI-Kommentare gefallen, was wir schon bei der Beta-Version bemängelten.

Im Vergleich zu vielen Computervarianten von Siedler haben wir es hier mit fairen Gegenspielern zu tun. Sie greifen nicht ständig den einzig menschlichen Spieler an, sondern versuchen meist auf den Spieler loszugehen, der nach Punkten führt. Je geritzter die Gegner sind, umso besser planen sie ihre Schritte oder sehen voraus, welcher Spieler das Potential zum Sieg hat. Hier kann man eigentlich nicht meckern, dennoch sind echte Freunde natürlich immer die bessere Wahl.

Steuerung:
Die Steuerung des Spiels geht gut von der Hand und ist schnell erlernbar. Kenner des Brettspiels fühlen sich sofort heimisch. Wer das Spiel noch nie gespielt hat, sollte zuvor das Tutorial zocken, um einen Einblick zu bekommen was zu tun ist. Danach gewöhnt man sich schnell an die Möglichkeiten und kann das Menü gezielt nutzen.

Grafik:
Die Grafik des Spiels ist eher zweckmäßig und sehr bunt gehalten. Zwei Zoom-Faktoren sorgen dafür, dass man auf dem Spielbrett eine große Übersicht gewährt. Die Gegner werden als Comicfiguren dargestellt, was für den ein oder anderen Serien-Fan etwas gewöhnungsbedürftig sein könnte. Stören tut dieser Aspekt jedoch nicht.

Sound:
In Sachen Sound hat man nicht viel was man erwarten sollte. Einige Baugeräusche, hier eine Rohstoffsertragsklänge da. Die Musik im Hintergrund kann gefallen, doch wird sie wenn zu lange gespielt wird recht eintönig und nervig. Aber hier haben wir ja die passende Option zum Ausstellen der Geräusche parat.

Features:
Neben dem Standardspiel gibt es noch einige Varianten, die den Spieler bei laune halten. Beim Standardspiel an sich verändert sich das Spielfeld jedes Mal, dass man nie zweimal das gleiche Erlebniss haben wird. Egal ob Positionierung der Rohstoffe oder der Würfelzahlen, hier wird alles bunt gemischt.

Multiplayer:
Im Multiplayermodus kommt auch schon die erste weniger erfreuliche Nachricht. Leider musste aus Zeitgründen der komplette Onlinemodus über die N-Gage Arena gestrichen werden. Wer im Multiplayer spielen möchte, muss also 3 Freunde mit eigenem Modul finden, denn auch einen Hotseatmodus gibt es nicht. Doch wenn man sich die Freunde schon suchen muss und nicht online spielen kann, wäre es in vielen Fällen ratsamer, sich gleich vor das Brettspiel zu setzen.

Bei Catan für den N-Gage kann man von einer durchaus gelungenen Umsetzung des Brettspiels reden. Durch den Verlust des Onlinemodus ist leider viel Reiz verloren gegangen, hier muss man ein großes "Schade" anführen.

Fazit:
Das Spiel an sich kann dennoch sehr motivieren und bringt das Flair des Brettspiels gut rüber. Die einfache Menüführung ist schnell erlernt und geht sofort in Fleisch und Blut über. Fans des Brettspiels werden sich heimisch fühlen und direkt loszocken können.
Verehrer von Klaus Teuber und seinem Werk werden die mobile Fassung lieben, denn nun kann Catan auch während der Busfahrt oder während der Arbeitspausen gespielt werden. Man braucht kein umständliches und großes Spielfeld aufbauen. Die einzigen Einbußen, die man hat, ist das Flair eines Cliquenabends mit Knabbereien, guten Freunden und die damit verbundenen Lacheinheiten.


Kevin Jensen für N-Page.de

Vielen Dank an Nokia für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars





Packshot

Details

Publisher:
Nokia

Developer:
Capcom

Genre:
Strategie

Release:
2.Quartal 2005

Multiplayer:
ja bis 4 Spieler

Screenshots:
(zum Vergrößern anklicken)

shot1

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