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Review vom 21.05.2006

  Warhammer 40.000 Glory in Death



WERTUNG:
71%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Zu diesem Spiel: Wagen
Preischeck
Tipps und Tricks
Meinungen:
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Komplettlösung
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Die Spezies „Rollenspieler“ ist schon eine Eigenart für sich. Man trifft sich mit Freunden, Knabbereien und Getränken (wobei man letztere wenigstens nicht fragen, sondern nur kaufen muss) und fantasiert in einer mystischen Welt vor sich hin. Jeder Charakter, jede Bewegung und alles, was geschieht, wird von den Gedanken der Spieler und dem Meister gesteuert. Wer die plastische Mischung aus Rollenspiel und Strategie bevorzugt und gerne mit Spielfiguren hantiert, wird zu den Tabletop-Spielen greifen. Der wohl bekannteste Genrevertreter aus dieser Gattung ist Warhammer. Aus Teppichen werden riesige detailgetreue Schlachtfelder, welche fast den Welten einer Modelleisenbahn gleichen. Die Zinn- und Plastikfiguren, die eigentlichen Einheiten, gibt es einzeln in Games Worksshops zu kaufen und werden meist liebevoll von den Spielern bemalt. Per Hand versteht sich. Ein nicht sehr kostengünstiges und sehr zeitaufwändiges Hobby. Wurden auf beiden Seiten die Armeen aufgebaut, so kann es los gehen mit der munteren Konfliktsimulation, die manchmal über viele Stunden ausgefochten wird.
THQ Wireless hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Szenario auf dem N-Gage zu bannen und so wurde Warhammer 40.000: Glory in Death zum Leben erweckt, das in einer fernen Zukunft stattfindet. Wir haben das Spiel ausführlich für euch getestet und berichten live vom Schlachtfeld.

Man merkt es einfach immer wieder: Die Zeit des N-Gage als solches neigt sich dem Ende zu und mit Warhammer kommt somit eines der vorerst letzten Vertreter der uns bekannten Art auf einer schmucken MMC daher.

Im Hauptmenü beginnt das Abenteuer. Hier können Unterpunkte wie Scharmützel, Kampagne, Multiplayer, Optionen, Armee-Editor, etc. ausgewählt werden. Das Herzstück des Spiels ist allerdings, wie so oft, die Kampagne. Insgesamt vier Rassen stehen dem Spieler zur Auswahl, die es gemeinsam auf über 60 verschiedene Missionen bringen. Mag man es eher "tierisch", so kann man sich für die finsteren Orks entscheiden. Diese verfügen über riesige Horden und sind die perfekten Nahkämpfer. Die "Eldar" hingegen sind hoch zivilisiert und verfügen nicht nur über starke Waffen, sondern können auch Psikräfte nutzen. Bei den nächsten beiden Rassen handelt es sich um die Space Marines und die Chaos Space Marines. Diese beiden Truppen sind sowohl im Nah- und Fernkampf gut gerüstet, wobei die Marines mit "Chaos"-Zusatz in der Lage sind, Dämonen herbeizurufen.

Frei nach dem persönlichem Geschmack legt man mit einer der vier Rassen los und darf zunächst ein bebildertes Introvideo anschauen und einige Textpassagen betrachten. Wer erstmals in die Welt von Warhammer 40k: Glory in Death anspielt wird merken, dass die Steuerung sehr komplex ist und man demnach dringend vor der Kampagne das Tutorial spielen sollte. Dort wird gelehrt, wie man zwischen den Phasen der Bewegung, des Fernkampfes und des Nahkampfes wechselt. Lektionen, wie man taktisch klug die Einheiten mit Transportfahrzeugen bewegt, etc., helfen einem im späteren Spiel sehr viel weiter.

Vor jeder Mission kann man sich für eine Zusammenstellung der Eigenen Arme entscheiden, Einheiten positionieren und das Ziel der Schlacht betrachten. So gilt es oftmals einfach nur, die Basis zu sichern, entführte Einheiten zu Befreien oder schlichtweg den Gegner auszurotten. Das strategische Element des Spiels ist leider nicht ganz so durchdacht wie beispielsweise High Seize oder das Game Boy Advance Spiel Advance Wars. Zwar sind die Ansätze gelungen, doch die Umsetzung noch mit Kinderkrankheiten belegt. Ein Beispiel sind Mischeinheiten, die sowohl im Nah- als auch im Fernkampf eingesetzt werden können. Bewegt man diese, so sollten sie weniger Schaden anrichten, da sie sich nicht mehr auf ihre Fernkampfwaffen konzentrieren können, um genau zu zielen. Doch der Unterschied ist so marginal, dass diese Einheiten oftmals auf dem Schlachtfeld zu stark überlegen sind.
Ein weiteres Problem ist, dass die gegnerische KI genau weiß, was zu tun ist. Hier muss nicht erst die Karte inspiziert werden oder dergleichen, sonder man marschiert sofort zu den prägnanten Stellen der Mission und macht dem Spieler die Hölle heiß. Demnach ist der Schwierigkeitsgrad nicht von schlechten Eltern und die eine oder andere Mission, wird unter Einheitenmangel schnell zum Fiasko.

Man merkt, dass die Entwickler zwar viele gute Ansätze hatten, aber nicht die benötigte Programmierzeit erhalten haben, die sie gerne hätten. Das Spiel sollte eigentlich erst Ende des Jahres erscheinen und um den Lebenszyklus des aktuellen N-Gage noch mitzunehmen, entschied man sich dafür, es früher zu bringen. Dafür wurde aber der Onlinemodus gestrichen und einige Details, wie schnellere Ladezeiten vor und nach den Kämpfen, bessere Einheitenanimationen und Co. außer Acht gelassen.

Steuerung:
Bis man jedes Detail der komplexen Steuerung erlernt hat, kann einige Zeit vergehen. Für den Einsteiger des Spiels in das Tutoriallevel unumgänglich und auch danach hat man alle Kniffe und Tricks noch lange nicht intus. Der eigene Erfahrungswert steigt von Mission zu Mission und man wird des Öfteren an der Härte der Gegner scheitern, bis man den Gesamtsieg davontragen kann.

Grafik:
Die Grafik des Spiels hat einen ganz persönlichen Stil. Die Zeichnungen und Zwischensequenzen spiegeln den Charme der Warhammerwelt wieder und Kenner der Spiele werden sich heimisch fühlen. Die Welt an sich ist natürlich zweidimensional gestaltet, für eine bestmögliche Übersicht. Hier hält man sich eher an Zweckmäßigkeiten fest. Die Kampfpassagen versprühen einen Ansatz von Dreidimensionalität und sind gar nicht mal so übel, wären da nicht die Pausen:
Schade ist die Tatsache, dass die Programmierer nicht genug Zeit hatten, nervige Passagen glatt zu bügeln. So gibt es lange Ladezeiten vor und nach den Kämpfen, schwammige Animationsphasen und manchmal auch Slowdowns und Ruckler.


Sound:
In Sachen Musikuntermalung bekommt man zumindest etwas geboten. Die Klänge sind sehr angenehm und stimmig. Die Sounds hingegen können eher im Mittelfeld angeordnet werden und sind nur zum Teil gelungen. Wenn man drei bis vier Missionen gespielt hat, hat man alles gehört und schaltet oftmals die öde Geräuschkulisse ab.

Features:
Wie schon das Hauptmenü anmerken lies, hat man doch einige Funktionen, die das Spiel versüßen. So gibt es guten Multiplayersupport via Bluetooth und sogar ein Hotseatmodus ist mit von der Partie. Ein besonderes Schmankerl ist der Armee-Editor. Hier kann man seine eigenen Mannen aufbauen und kommt sich ein wenig vor wie im echten Leben, wenn man den Schlachtfeldteppich ausstattet und seine Figuren bemalt.


Multiplayer:
Via Bluetooth oder alternativ im Hotseatmodus, kann man hier zeigen, wer der Herr im Haus ist. Leider trüben auch hier lange Ladezeiten den Spielfluss.

Fazit:
#Bei Warhammer 40000: Glory in Death merkt man einfach, dass viel Potential verschenkt wurde. Die Entwickler haben gute Arbeit geleistet, doch mussten wohl aufgrund von Budgetkosten Zeit und Ressourcen gespart werden. Schade eigentlich, denn mit ein wenig mehr Programmierzeit hätte Warhammer locker mit anderen Gernevertretern mithalten können und wäre durchaus ein 80+ Kandidat gewesen. So muss man sich leider mit vielen Kürzungen begnügen und einigen nervigen Ladezeiten. Positiv ist dennoch zu erwähnen, dass die Spieldauer enorm ist und man genug zu tun bekommt. Genrefans können einen Blick wagen, doch für Gelegenheitsspieler wird Warhammer wohl nicht das richtige Game sein.

Kevin Jensen für N-Page.de

Herzlichen Dank an Nokia für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.





Packshot

Details

Publisher:
Nokia

Developer:
Razorback Developments

Genre:
Strategie

Release:
1.Quartal 2006

Multiplayer:
ja

Screenshots:
(zum Vergrößern anklicken)

shot1

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